Aktuelles

Heute ist der 125.Todestag von Charles Lutwidge Dodgson aus England (27.01.1832 – 14.01.1898)

Uns ist er wohl besser als Lewis Carroll bekannt und damit vor allem als Verfasser bekannter Werke wie „Alice Im Wunderland“ und „Alice hinter den Spiegeln“. Er war ein Multitalent, denn ihm war ein natürliches Gespür für Mathematik und Logik zu eigen. Als Fotograf machte er sich einen guten Namen, entwickelte Spiele und Rätsel, meist mathematischer Art, war Erfinder, Lehrer und sogar anglikanischer Diakon (ohne jedoch Priesterweihen empfangen zu haben).
Vielleicht wegen seiner besonderen Fähigkeiten scheint der aus „gutem Hause“ stammende Sproß der Familie Dodgson, von außen betrachtet, nicht in diese Welt zu passen. Mal wird er als amüsant und durch kurzweilige Plaudereien als exzellenter Unterhalter beschrieben, ein anderes Mal als sehr introvertiert, mit extremer Sprechverzögerung langweiliger Penetrant.
Und so wunderlich es zu sein scheint, beides trifft wohl zu. Auf der einen Seite ein penibler Mathematiker, der sich über die Pfützen auf dem Campus beschwert haben soll und auf der anderen Seite einer der Erzähler, seiner Zeit weit voraus. Ja, hier darf der Begriff ERZÄHLER stehen bleiben, denn sein bekanntestes Werk „Alice im Wunderland“ erreichte die schriftliche Form nur durch das Bitten eines Mädchens. Aus diesem Antrieb heraus verfasste Carroll diese Geschichte in fein säuberlicher Handschrift fehlerfrei und schenkte das kleine, mit eigenen Illustrationen versehene, Büchlein der Tochter des damaligen Rektors von Christ Church, Alice Lidell, zum Weihnachtsfest.
Hinreißend und mitreißend soll er Alice und anderen Mädchen der oberen Gesellschaft von magischen Welten erzählt haben. Und wenn er bei den Kindern war, fiel der Lebensdruck so ab, dass er nicht stotterte und erzählte, als wäre die Geschichte schon lange vor der Erzählung entstanden. Carroll verflocht die Wirklichkeit, die realen Plätze so wunderbar mit seinen fantastischen, fiktiven, feinbeschriebenen Figuren, dass eine neue magische Welt, eine Parallelwelt entstand. Und in seinen Geschichten vereinte er sein ganzes lyrisches Können, sein „Auflehnen“ gegen die realen Strukturen und seine zauberhaften Seifenblasenillusionen so selbstverständlich, dass seine Werke auch heute noch mitreissend begeistern.
Seine Zerrissenheit war ihm Fluch und Segen zugleich, dies spiegelt sich auch in seiner fotografischen Arbeit wieder.
Es gab sie noch nicht lange, die Möglichkeit, den Moment so real fest zu halten. Carroll, den die aufwendige und nicht ungefährliche Nassplatten Kollodium Fotografie durch sein naturwissenschaftliches Interesse stark beeindruckte, konnte durch sie sein künstlerisches Bestreben ausleben. Die gesellschaftliche Anerkennung war ihm so endlich sicher.
Um 1880 hörte Carroll relativ abrupt auf zu Fotografieren. Zu dem Zeitpunkt schien er auf einem vergleichsweise professionellen Niveau im Studio zu arbeiten und hatte angeblich ca. 3000 Aufnahmen gemacht (was aufgrund der damaligen Technik viel war). Von diesen Bildern sind heute aber nur ca. 1000 bekannt. Die Fotografie führte zu einer der großen Kontroversen um Carroll. Carroll fotografierte auch junge Mädchen nackt. Diese Aufnahmen fanden grundsätzlich im Garten des Rektors der Christ Church unter Beteiligung der Eltern der dargestellten Kinder statt. Auch machten diese Bilder mutmaßlich nur einen sehr geringen Teil seiner fotografischen Arbeiten aus. Ungeachtet dessen kamen einige Forscher zum Schluss, dass Carroll aufgrund der Aufnahmen pädophile Neigungen gehabt haben könnte. Eine schwerwiegende Behauptung, zumal diese Art von Fotografien zu jener Zeit nicht unüblich waren und man einen Beweis der These bislang nicht vorlegen kann.
Carroll war Zeit seines Lebens auf der Suche. Auf der Suche nach künstlerischem Ausdruck, nach Neuem, nach gesellschaftlicher Akzeptanz und vor allem nach seinem Platz in der Welt.
So wie er war, war er ein Pionier, seiner Zeit voraus mit einer kindlichen, fantasievollen Seele, die es ihm erlaubte so wunderbare, fantastische Geschichten zu erzählen.
Carroll verstarb am 14. Januar 1898 im Haus seiner Schwester in Guildford an den Folgen einer Lungenentzündung. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Mount Cemetery in Guildford.
Quellen:
nordengland-info.de
Wikipedia
BBC- Filmbeitrag

0 Kommentare zu “Heute ist der 125.Todestag von Charles Lutwidge Dodgson aus England (27.01.1832 – 14.01.1898)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.