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Aufbruch Erzählen – Rückblick zum Kongress der Erzählkunst 2026

Teilnehmende des Kongresses der Erzählkunst stehen an einem Tisch mit weißer Tischdecke beieinander und stecken die Köpfe konspirativ zusammen.

Der Kongress der Erzählkunst 2026, der gemeinsam vom VEE e.V. und Erzählraum E.V. veranstaltet wurde, stand unter dem Motto „Aufbruch Erzählen“, dem Erzähler*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Leipzig gefolgt sind.

Dienstagvormittag fand die Mitgliederversammlung des VEE e.V. statt, die energiegeladen und zukunftsgerichtet war. Der 1. Vorsitzende Ivo Hewing und die Kassenwartin Frauke Freise wurden einstimmig wiedergewählt. Der ehemalige Schriftführer Chnutz vom Hopfen ließ sich nicht wieder aufstellen, dafür konnte der Vorstand Carola Bambas gewinnen. Danach wurden die Ausrichtung des VEE sowie organisatorische und strukturelle Veränderungen besprochen. Anschließend dankte die Mitgliederversammlung insbesondere Chnutz vom Hopfen für seine langjährige Tätigkeit als Schriftführer im VEE e.V.

Beim Kongress haben wir uns anschließend damit beschäftigt, wie Erzählen zu einem Werkzeug der Selbstermächtigung werden kann: Wie begegnen wir nationalistischen Narrativen und stoßen Veränderung an, wie erzählen wir Aufbruch, dass er wirkt? Alexandra Kampmeier, Vorständin des Erzählraum e.V., hat dafür gleich im Auftakt-Vortrag die Frage in den Raum gestellt: Wem überlassen wir eigentlich das Erzählen und mit welchen Konsequenzen?

Das Programm der folgenden zwei Tage war bestückt mit fachlichem und wissenschaftlichem Input: In Plenen diskutierten wir zum Umgang mit Märchen in Zeiten des Nationalsozialismus in Deutschland, hörten zur Vielfalt der sorbischen Geschichten aus dem Raum Lausitz und lernten, wie wir historische Ereignisse wie die Teilung Deutschlands für Kinder erzählerisch aufbereiten können. In den darauffolgenden Workshops beschäftigten uns dann Rhythmus beim Erzählen, der Umgang mit großen Bühnen und Technik, intergenerationelles Erzählen, bildreiches Erzählen und Zweisprachigkeit sowie wie wir Menschen überhaupt nachhaltig ins Erzählen bringen.

Am Donnerstag schloss der Kongress der Erzählkunst dann mit einer Projektbörse, bei der eine Reihe Angebote, von Erzählen in der Natur über den Ausschuss Politik bis hin zu verschiedenen Veranstaltungsformaten, zur Formierung von neuen Arbeitsgruppen im VEE geführt haben.

Insgesamt waren die Aufbruchstimmung und die Lust auf konstruktives Netzwerk bei den Teilnehmenden deutlich spürbar und wirkt sicher auch noch eine ganze Zeit im VEE e.V. nach.

Ihren Eindruck der Abendveranstaltungen teilt Birgit Fritz mit uns:

Leipziger Allerlei,

das trifft es genau, wenn ich an die drei Abende denke.

Der erste Abend, nur für uns Erzählende, begann mit der Wahl eines Fadens. Dieser Faden schaffte sofort Verbindung, denn der brachte alle mit gleicher Farbe oder Fadenart an einen Tisch. Kenne ich (noch) nicht, super! Jetzt lernten wir uns kennen. Zusammen essen und reden über alles und nichts und miteinander lachen. Die unter unseren Stühlen klebenden Wörter kamen nach dem Essen zum Tragen. Wörter, die regional gefärbt waren und so die Fantasie beflügelten. Lämmerhüppen, Abernmauke usw. Die Auflösung gab es nach der toll improvisierten Geschichte, welche in Kleingruppen entwickelt wurde.

Und wenn zwischendurch geschwiegen wurde, halfen kleine Umschläge mit Ideen den Faden neu aufzunehmen.

Ein Lied zum Abschluss, brachte dann noch einmal alle zusammen.

Der zweite Abend war für alle offen und stand im Zeichen von fünf neuen Erzählenden. Von klassischem Märchen über Mixvarianten bis hin zu Geschichtlichem zeigte sich, wie vielseitig Erzählkunst ist. Viel Herzblut, Authentizität und so mancher Lacher begleiteten den Abend, der durch den Chor cantare Leipzig e.V. gefühlvoll abgerundet wurde.

Auch der dritte Abend war für Interessierte von außen offen. In der Tradition des Ceilidh wurden elf Erzählende aus dem Hut gezogen. Vom erzählten Witz bis hin zu einem ergreifenden eigenen Text, von der Mitmachaktion bis zum eindrucksvollen inszenierten Gedicht sehr abwechslungsreich und auch durch die beiden Moderatoren Alexandra Kampmeier und Ivo Hewing, ein kurzweiliger, eindrucksstarker Abend.

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